Die Arbeiterinnen:
Die fleißigen Akteurinnen des Bienenvolkes
Die Arbeiterinnen sind weibliche Bienen und bilden den größten Anteil der Bienenpopulation in einem Bienenvolk. Ihre Aufgaben sind vielfältig und von entscheidender Bedeutung für das Überleben und die Produktivität des Volkes.
Hauptaufgaben der Arbeiterinnen
Die Arbeiterinnen übernehmen eine breite Palette an Aufgaben, die je nach Alter und den Bedürfnissen des Volkes variieren:
- Stockpflege:
- Junge Arbeiterinnen kümmern sich um die Brut, indem sie die Larven mit Nektar und Pollen füttern.
- Sie reinigen die Waben und bereiten sie für die Eiablage der Königin vor.
- Wabenbau:
- Mit Hilfe ihrer Wachsdrüsen bauen die Arbeiterinnen sechseckige Waben, die zur Brutpflege und als Lager für Honig und Pollen dienen.
- Sammlertätigkeit:
- Ältere Arbeiterinnen fliegen aus, um Nektar, Pollen, Wasser und Propolis (ein harzartiges Material) zu sammeln.
- Der gesammelte Nektar wird im Stock zu Honig verarbeitet, der als Nahrungsreserve dient.
- Verteidigung:
- Die Arbeiterinnen verteidigen den Bienenstock vor Eindringlingen wie Wespen oder anderen Bedrohungen.
- Sie besitzen einen Stachel, den sie bei Gefahr einsetzen, was jedoch in der Regel ihren Tod bedeutet.
- Temperaturregulierung und Belüftung:
- Durch Flügelschläge sorgen die Arbeiterinnen für die Regulierung der Temperatur und die Belüftung im Bienenstock, insbesondere bei heißen Temperaturen.
- Pflege der Königin:
- Sie versorgen die Königin mit Nahrung und pflegen sie, um ihre Gesundheit und Fortpflanzungsfähigkeit sicherzustellen.
Lebensphasen und Aufgabenverteilung
Die Lebensdauer einer Arbeiterin ist saisonabhängig:
- Im Sommer: Etwa 4–6 Wochen, da die intensive Arbeit die Arbeiterinnen schnell erschöpft.
- Im Winter: Bis zu 6 Monate, da sie weniger Aufgaben übernehmen und als Winterbienen den Bienenstock wärmen.
Die Aufgaben der Arbeiterinnen sind altersabhängig und folgen einem klaren Schema:
- 0–3 Tage: Reinigung der Zellen und Unterstützung beim Schlüpfen neuer Bienen.
- 4–10 Tage: Pflege der Brut durch Fütterung der Larven.
- 11–20 Tage: Wabenbau, Verarbeitung von Nektar und Lagerung von Pollen.
- 21–35 Tage: Sammeln von Nektar, Pollen, Wasser und Propolis.
Kommunikation und Kooperation
Arbeiterinnen kommunizieren über komplexe Systeme:
- Schwänzeltanz: Dient dazu, die Richtung und Entfernung von Nahrungsquellen anzuzeigen.
- Pheromone: Werden eingesetzt, um Warnsignale zu senden oder die Königin zu lokalisieren.
Diese Kommunikation ermöglicht eine effiziente Zusammenarbeit, die für das Funktionieren des Bienenvolkes essenziell ist.
Bedeutung für das Ökosystem
Arbeiterinnen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bestäubung von Pflanzen, wodurch sie nicht nur die Fortpflanzung von Wildpflanzen und Kulturpflanzen sichern, sondern auch die Produktion von Obst, Gemüse und Samen fördern.
- Sie sind direkt für die Produktion von Honig und Wachs verantwortlich.
- Durch ihre Aktivitäten tragen sie maßgeblich zur Erhaltung der Biodiversität bei.
Gesundheit und Schutz der Arbeiterinnen
Die Gesundheit der Arbeiterinnen hängt von der Qualität der Umwelt, der Verfügbarkeit von Nahrung und dem Schutz vor Parasiten und Krankheiten ab:
- Parasiten: Die Varroamilbe stellt eine große Bedrohung dar.
- Pestizide: Der Einsatz chemischer Mittel in der Landwirtschaft kann das Überleben der Arbeiterinnen gefährden.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur und nachhaltige Imkerei-Praktiken sind entscheidend, um die Stabilität und Produktivität der Arbeiterinnen und des gesamten Bienenvolkes zu gewährleisten.
Die Arbeiterinnen sind das Herzstück des Bienenvolkes – ihre Fleiß, Organisation und Kooperation sichern nicht nur das Überleben ihres Volkes, sondern auch die Bestäubung und Fruchtbarkeit unserer Umwelt.