Die Weisel: Die Königin des Bienenvolkes

Die Weisel, auch Königin genannt, ist das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen eines Bienenvolkes und nimmt eine zentrale Rolle für das Überleben und die Fortpflanzung des Volkes ein. Ihre Präsenz und Funktion beeinflussen die gesamte Struktur und Dynamik des Bienenvolkes.

Entwicklung der Königin

Die Königin entsteht aus einer Larve, die von den Arbeiterinnen speziell ausgewählt und ausschließlich mit dem gehaltvollen Gelée Royale gefüttert wird. Diese spezielle Nahrung ermöglicht die Entwicklung der Larve zur geschlechtsreifen Königin.

  • Die Königin unterscheidet sich physisch von den Arbeiterinnen durch ihre größere Körpergröße und ihren längeren, spitz zulaufenden Hinterleib.
  • Nach dem Schlupf ist sie innerhalb weniger Tage bereit für ihren Hochzeitsflug, bei dem sie sich mit mehreren Drohnen paart.

Hauptaufgaben der Königin

Die Hauptaufgabe der Königin ist die Eiablage.

  • Eine gesunde Königin kann täglich bis zu 2.000 Eier legen, was ihrer Körpermasse entspricht.
  • Sie steuert die Zusammensetzung des Volkes, indem sie befruchtete Eier für die Entwicklung von Arbeiterinnen oder unbefruchtete Eier für Drohnen legt.
  • In besonderen Fällen können Arbeiterinnen durch spezielle Pflege und Fütterung neue Königinnen heranziehen, etwa bei der Schwarmbildung oder wenn die bestehende Königin geschwächt ist.

Pheromone und Kommunikation

Die Königin produziert spezielle Pheromone, die als chemische Kommunikationsmittel dienen:

  1. Sozialstruktur: Diese Pheromone signalisieren den Arbeiterinnen, dass die Königin aktiv und gesund ist.
  2. Brutunterdrückung: Sie verhindern die Aufzucht weiterer Königinnen, solange die Weisel intakt ist.
  3. Volkseinheit: Die Pheromone tragen zur Kohäsion des Volkes bei, indem sie das Verhalten und die Aufgaben der Bienen koordinieren.

Fortpflanzung und Hochzeitsflug

Kurz nach ihrem Schlupf begibt sich die Königin auf einen oder mehrere Hochzeitsflüge, bei denen sie sich mit bis zu 20 Drohnen paart.

  • Der dabei gespeicherte Samen reicht aus, um sie lebenslang mit der Fähigkeit zur Befruchtung von Eiern zu versorgen.
  • Nach der Begattung kehrt sie in den Bienenstock zurück und beginnt mit der Eiablage.

Lebensdauer und Ersatz der Königin

Die Lebensdauer einer Königin beträgt in der Regel 2–5 Jahre, abhängig von ihrer Vitalität und den Bedingungen im Bienenstock.

  • Mit zunehmendem Alter nimmt die Qualität ihrer Eiablage ab. In solchen Fällen ziehen die Arbeiterinnen oft eine neue Königin heran.
  • Dieser Vorgang, der als stille Umweiselung bezeichnet wird, erfolgt meist ohne große Störung des Volkes.

Bedeutung der Königin für das Volk

Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Königin sind entscheidend für die Stabilität und Produktivität des Bienenvolkes:

  • Schwache Königin: Eine Königin, die nicht ausreichend Eier legt, gefährdet die Volksstärke und damit die Überlebensfähigkeit.
  • Pheromonproduktion: Der Ausfall ihrer Pheromonproduktion führt zu Verwirrung und möglicherweise zum Verlust der sozialen Ordnung.

Eine gesunde Königin sorgt für eine kontinuierliche Vermehrung des Volkes und sichert durch ihre Eiablage die zukünftigen Generationen. Sie ist damit das Herzstück eines funktionierenden Bienenvolkes. Imkerinnen und Imker überwachen daher sorgfältig den Zustand der Königin, um frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung der Volksgesundheit treffen zu können.

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